Eine Erinnerung aus Anlass des Todes von Heinz Cibulka.
Lieber Heinz!
August 2026
Heinz Cibula hat mit seiner Kunst immens tiefe Einfühlung in seine Themen geschafft, dass sie auf persönlicher, gleichzeitig breit verständlicher Ebene angekommen sind. Cibulka konnte einer Region einen fotografischen Geist einhauchen, der das Offensichtliche sowohl darstellt als auch hinterfragt und vor allem Verborgenes zu Tage gefördert hat (Zum Beispiel: „Im Pechwald“, 1987 zur Ausstellung in der daadgalerie Berlin,1986).
Das Sichtbarmachen erscheint mit Blick auf seine Bilder vollkommen selbstverständlich im buchstäblichen Sinn. Mit seinen Tableaus („Bildgedichten“) konnte er das Sensorisch-Sinnliche ausreizen. Sein fotografisches Material und sein Fotografieren hat er nie zum Fetisch stilisiert. Nur das sehen, was Empfindung schafft, dafür braucht es keine feinen Papiere, keinen Technikdiskurs und nicht viele Worte. Das Alltägliche, das zur Hand ist, reicht aus.
Was er zur Hand genommen hat, blieb nicht alltäglich. Es waren oft gefundene und von ihm überformte Gegenstände, die er zu künstlerischen Objekten montierte, zu Materialbildern und Skulpturen, die den feinen Geist seiner Einfühlung ein- und ausatmen. Wichtig in seinem künstlerischen Schaffen sind auch die Handlungsstränge seiner Performances.
Das Sichtbarmachen erscheint mit Blick auf seine Bilder vollkommen selbstverständlich im buchstäblichen Sinn.
Mit großem Genuss und beeindruckender Präzision hat er als Leitfigur seine Performance „Kompost“ zur Eröffnung der Ausstellung „Garten der Künstler“ 2018 in Tulln wiederaufgeführt. Im Ensemble mit Norbert Math (alien productions) als performender Live-Komponist, mit Luzia Nistlers Rezitationen von Cibulkas Textrezepten und Litaneien und filmisch fein dokumentiert von Magdalena Frey kam ein mehr als zeitgemäßes Reenactment seiner Originalperformance von 1978 in Wien und Bologna (1979) zur Aufführung. Als Komplize und Herausgeber konnte ich die Neuauflage der 1978 produzierten und „aus nicht geklärten Gründen vom damaligen Herausgeber nie veröffentlichte Publikation“ (H.C.) verantworten. Ebenso verbunden hat die kuratorische Arbeit zu Heinz Cibulkas künstlerischen Werken abseits der Fotografie.
Es ist viel, dass sich aus der Erinnerung formt, für das Heinz Cibulka zu danken ist und wofür er zurecht gewürdigt wird. – Danke, lieber Heinz!
Es ist viel, dass sich aus der Erinnerung formt, für das Heinz Cibulka zu danken ist und wofür er zurecht gewürdigt wird. – Danke, lieber Heinz!
Wolfgang Giegler


