Anastasiia Yakovenko – VANJA WAS HERE
2026/05
EIKON #132 | WHERE IS PHOTOGRAPHY NOW?
Seit der Invasion der russischen Föderation in der Ukraine am 24. Februar 2022 häufen sich Meldungen über Vergewaltigungen von Ukrainer:innen durch russische Soldaten in den sozialen Medien, in der Presse und in NGO-Reporten. Anastasiia Yakovenko widmet sich diesem den aktuellen Krieg begleitenden Aspekt und möchte zugleich den Fragen nachspüren, wer wie über diese Gewalt spricht, was ungesagt bleibt und wie diese Verbrechen von den Opfern verarbeitet werden können. Aus den darstellenden Künsten kommend, nutzt sie das fotografische Medium als Instrument, schwer rekonstruierbare Narrative in künstlerische Bilder zu überführen. In ihrer Bildsprache rekurriert Yakovenko auf die feministische Gruppe FEMEN, zeigt aber den visuellen Protest einer neuen Generation. Der Ausstellungstitel „Vanja was here“ (russisch „Тут был Ваня“) entlehnt Yakovenko einer Inschrift der Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf. Das Gebäude lag während der Besetzung Österreichs 1945 bis 1955 in der sowjetischen Zone; russische Soldaten kritzelten damals sinngemäß „Petya/ Vasya/ Vanja was here“ auf die Türen des Burg. Vanja – einer häufigsten männlichen Vornamen in Russland – steht nun stellvertretend als Synonym für die Täter. Mit „Vanja was here“ möchte Yakovenko nicht nur die europäische Öffentlichkeit auf diese Kriegsverbrechen hinweisen, sondern auch die Opfer motivieren, sich psychologische Hilfe und Unterstützung zu holen.
Im Rahmen der Ausstellung besteht die Möglichkeit, an das Therapie-Programm „Unbreakable mom“ des Masha Funds zu spenden. Das Therapieangebot richtet sich nicht nur Opfer sexueller Übergriffe, sondern an alle Frauen und Kinder in der Ukraine, die an Kriegstraumata leiden, Angehörige oder ihr Zuhause verloren haben und körperliche und psychiche Gewalt erlebt haben.
Eine Ausstellung in Kooperation mit Freiraum Ukraine
Vernissage 14.06.2022 | 19:00 | EIKON Schauraum MuseumsQuartier Wien






